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Echokardiographie
Die Echokardiographie — der Ultraschall des Herzens — ist die zentrale bildgebende Untersuchung der Kardiologie. Sie zeigt das schlagende Herz in Echtzeit: die Herzhöhlen, die Klappen und die Pumpkraft des Herzmuskels. Die Untersuchung ist schmerzfrei, kommt ohne Strahlung aus und gehört in unserer Praxis in Berlin-Moabit zur täglichen Routine.
Was ist eine Echokardiographie?
Beim Herzultraschall sendet ein Schallkopf, der außen auf den Brustkorb aufgesetzt wird, hochfrequente Schallwellen aus. Aus den zurückgeworfenen Echos errechnet das Gerät bewegte Schnittbilder des Herzens. So lassen sich Größe und Form der vier Herzhöhlen, die Dicke des Herzmuskels und die Bewegung der Herzklappen — Aorten-, Mitral-, Trikuspidal- und Pulmonalklappe — unmittelbar beobachten.
Die Doppler-Technik macht zusätzlich den Blutfluss sichtbar. Sie misst, in welche Richtung und mit welcher Geschwindigkeit das Blut durch Herz und Klappen strömt. Verengte Klappen (Stenosen) und undichte Klappen (Insuffizienzen) lassen sich damit nicht nur erkennen, sondern auch in ihrem Schweregrad einordnen — eine wesentliche Grundlage für die Entscheidung, ob beobachtet, medikamentös behandelt oder eine Operation geprüft werden sollte.
In unserer Praxis steht darüber hinaus die 3D-Echokardiographie zur Verfügung. Sie stellt einzelne Strukturen — etwa die Mitralklappe — räumlich dar und ergänzt die klassischen Schnittbilder bei speziellen Fragestellungen.
Welche Formen der Echokardiographie gibt es?
Wenn von „Herzecho“ die Rede ist, ist fast immer die transthorakale Echokardiographie gemeint: der Ultraschall von außen durch die Brustwand, wie auf dieser Seite beschrieben. Daneben gibt es zwei wichtige Sonderformen. Bei der Stress-Echokardiographie wird das Herz zusätzlich unter Belastung untersucht — sie hat in unserer Praxis eine eigene Seite. Die transösophageale Echokardiographie („Schluck-Echo“) schallt das Herz über eine Sonde in der Speiseröhre und liefert bei bestimmten Fragen — etwa der Suche nach Blutgerinnseln im Vorhofohr — genauere Bilder; sie wird in spezialisierten Einrichtungen durchgeführt, an die wir Sie bei Bedarf vermitteln.
Welche Werte werden gemessen?
Aus den Bildern und Doppler-Signalen ergibt sich eine Reihe konkreter Messwerte: die Auswurffraktion als Maß der Pumpfunktion, die Größe von Vorhöfen und Kammern, die Dicke des Herzmuskels, Flussgeschwindigkeiten und Druckgradienten über den Klappen sowie eine Abschätzung des Drucks im Lungenkreislauf. Diese Zahlen machen Befunde vergleichbar: Ob ein Klappenfehler über die Jahre stabil bleibt oder fortschreitet, lässt sich so von Kontrolle zu Kontrolle objektiv verfolgen — ein Grund, warum der Befundbericht bei uns alle Messwerte ausweist.
Wann ist die Untersuchung sinnvoll?
Die Echokardiographie gehört zur Abklärung der meisten kardiologischen Fragestellungen. Typische Anlässe sind:
- Luftnot oder nachlassende Belastbarkeit — um eine Pumpschwäche, einen Klappenfehler oder andere Ursachen zu unterscheiden.
- Ein Herzgeräusch, das beim Abhören aufgefallen ist.
- Bluthochdruck — er kann den Herzmuskel auf Dauer verdicken; der Ultraschall zeigt, ob das Herz bereits reagiert hat.
- Bekannte Herzklappenfehler — zur regelmäßigen Verlaufskontrolle.
- Nach einem Herzinfarkt oder bei bekannter koronarer Herzkrankheit, um die Pumpfunktion zu beurteilen.
- Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern — unter anderem zur Frage, ob eine strukturelle Ursache vorliegt.
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz) — bei der Erstdiagnose und im Verlauf, auch zur Kontrolle der Therapie.
- Als Baustein des Herz-Checks zur Vorsorge, wenn Sie ohne bekannte Vorerkrankung wissen möchten, wie es um Ihr Herz steht.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Eine besondere Vorbereitung ist nicht nötig: Sie müssen nicht nüchtern kommen, und Ihre Medikamente nehmen Sie wie gewohnt ein. Für die Untersuchung machen Sie den Oberkörper frei und legen sich auf die linke Seite — in dieser Position liegt das Herz der Brustwand am nächsten und ist am besten einsehbar. Auf die Haut kommt ein Kontaktgel, damit der Schallkopf ohne Luftspalt über den Brustkorb gleitet; parallel läuft ein EKG mit, damit die Bilder den Phasen des Herzschlags zugeordnet werden können.
Die Untersuchung dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten. Im Anschluss bespricht Dr. Rus die Bilder direkt mit Ihnen — verständlich und mit Blick auf das, was daraus folgt. Wie nach jeder Untersuchung in unserer Praxis erhalten Sie einen ausführlichen schriftlichen Befundbericht mit konkreten Empfehlungen.
Was kann die Echokardiographie zeigen?
- Die Pumpfunktion des Herzens, ausgedrückt unter anderem als Auswurffraktion (Ejektionsfraktion) — bei Gesunden liegt sie üblicherweise über 55 Prozent.
- Den Zustand der Herzklappen: Verengungen und Undichtigkeiten samt Schweregrad.
- Größe und Wanddicke der Herzhöhlen — etwa als Folge von langjährigem Bluthochdruck oder bei Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien).
- Regionale Wandbewegungsstörungen, die auf eine Durchblutungsstörung oder einen früheren Infarkt hinweisen können.
- Flüssigkeit im Herzbeutel (Perikarderguss).
- Hinweise auf erhöhten Druck im Lungenkreislauf (pulmonale Hypertonie).
Grenzen der Untersuchung
Die Bildqualität hängt von den Schallbedingungen ab — etwa vom Körperbau oder von überlagernder Lunge. Und manche Fragen beantwortet ein Ruhe-Echo grundsätzlich nicht: Ob der Herzmuskel unter Anstrengung ausreichend durchblutet wird, zeigt erst die Stress-Echokardiographie. Ist darüber hinaus eine weiterführende Bildgebung erforderlich — etwa ein Herz-MRT oder eine Ultraschalluntersuchung über die Speiseröhre (Schluck-Echo) —, vermitteln wir Sie zügig an erfahrene Kolleginnen und Kollegen aus unserem Netzwerk.
Häufige Fragen
Ist die Untersuchung mit Strahlung verbunden? Nein. Ultraschall arbeitet mit Schallwellen; eine Strahlenbelastung entsteht nicht. Die Untersuchung kann deshalb auch in kurzen Abständen wiederholt werden.
Muss ich nüchtern kommen? Nein. Essen, Trinken und Medikamente sind wie gewohnt möglich.
Tut die Untersuchung weh? Nein. Spürbar sind nur der leichte Druck des Schallkopfs und das kühle Gel.
Wie oft sollte die Untersuchung wiederholt werden? Das hängt vom Befund ab. Bei stabilen Klappenfehlern sind regelmäßige Kontrollen üblich; das sinnvolle Intervall legen wir gemeinsam fest und halten es im Befundbericht fest.
Dr. med. Ramona Rus — Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie · Zuletzt geprüft am 12.06.2026