Leistungen
Langzeit-EKG
Herzrhythmusstörungen halten sich selten an Praxisöffnungszeiten: Das Herzstolpern kommt abends auf dem Sofa, das Herzrasen nachts — und im Ruhe-EKG ist davon oft nichts mehr zu sehen. Das Langzeit-EKG schließt diese Lücke. Es zeichnet den Herzrhythmus über 24, 48 oder 72 Stunden auf, während Sie Ihrem normalen Alltag nachgehen.
Was ist ein Langzeit-EKG?
Ein kleiner Rekorder, kaum größer als eine Streichholzschachtel, zeichnet über Klebeelektroden auf der Brust jeden einzelnen Herzschlag auf — je nach Fragestellung über einen bis drei Tage. Bei rund 100 000 Herzschlägen pro Tag entsteht so ein lückenloses Bild des Herzrhythmus: tagsüber und nachts, in Ruhe und unter Belastung, im Büro und beim Sport.
Anschließend wertet Dr. Rus die Aufzeichnung aus: Wie verhält sich die Herzfrequenz über den Tag? Gibt es Extraschläge, Pausen, Phasen von Herzrasen oder Vorhofflimmern? Und vor allem: Passen die aufgezeichneten Auffälligkeiten zeitlich zu Ihren Beschwerden?
Wann ist die Untersuchung sinnvoll?
- Herzstolpern, Herzrasen oder Aussetzer, die anfallsweise auftreten und im normalen EKG nicht zu fassen sind.
- Verdacht auf Vorhofflimmern — auch dann, wenn es nur zeitweise (paroxysmal) auftritt.
- Unklarer Schwindel oder kurze Bewusstlosigkeit (Synkope), um Pausen oder Blockierungen der Herzschlagfolge zu erkennen.
- Nach einem Schlaganfall, wenn nach unentdecktem Vorhofflimmern als möglicher Ursache gesucht wird.
- Therapiekontrolle: ob Medikamente die Herzfrequenz gut einstellen oder eine Rhythmusstörung wirksam unterdrücken.
- Einordnung bekannter Extraschläge — wie häufig sind sie tatsächlich, und treten sie gehäuft oder in Salven auf?
Wie läuft die Untersuchung ab?
Das Anlegen dauert nur wenige Minuten: In der Praxis werden Klebeelektroden auf der Brust angebracht und mit dem Rekorder verbunden, den Sie am Körper tragen. Hinweise zum Umgang mit dem Gerät — auch zum Duschen — bekommen Sie direkt beim Anlegen.
Danach gilt: Leben Sie so normal wie möglich. Gerade die alltäglichen Situationen — Treppensteigen, Arbeit, Sport, Schlaf — sollen in der Aufzeichnung vorkommen. Notieren Sie sich Uhrzeit und Art Ihrer Beschwerden, wenn welche auftreten; dieses Beschwerdeprotokoll ist für die Auswertung wertvoll, weil es Symptome und Rhythmus direkt miteinander verknüpft.
Nach Ablauf der Tragezeit geben Sie den Rekorder in der Praxis zurück. Dr. Rus wertet die Aufzeichnung aus und bespricht das Ergebnis mit Ihnen; den ausführlichen schriftlichen Befundbericht mit konkreten Empfehlungen erhalten Sie im Anschluss.
Was kann das Langzeit-EKG zeigen?
- Vorhofflimmern und andere Rhythmusstörungen, auch wenn sie nur episodisch auftreten.
- Extraschläge (Extrasystolen) — ihre Häufigkeit, ihren Ursprung und ihre Verteilung über den Tag.
- Pausen und Blockierungen der Erregungsleitung, die Schwindel oder Ohnmachten erklären können.
- Das Frequenzprofil: zu schneller, zu langsamer oder unangemessen reagierender Herzschlag in Ruhe, unter Belastung und im Schlaf.
- Die zeitliche Zuordnung von Beschwerden zu objektiven EKG-Veränderungen — oder die Entwarnung, wenn das Herz beim gefühlten Stolpern regelmäßig schlägt.
Grenzen der Untersuchung
Ein Langzeit-EKG kann nur erfassen, was im Aufzeichnungszeitraum passiert. Treten Ihre Beschwerden seltener als alle paar Tage auf, kann die Episode auch einer 72-Stunden-Aufzeichnung entgehen. In diesem Fall besprechen wir die sinnvollen nächsten Schritte — etwa eine wiederholte oder längere Aufzeichnung mit anderen Verfahren. Für die Frage, wie sich der Blutdruck über 24 Stunden verhält, gibt es eine eigene Untersuchung, die Langzeit-Blutdruckmessung; auch sie führen wir in unserer Praxis durch — auf Wunsch parallel zum Langzeit-EKG.
Häufige Fragen
Schränkt mich das Gerät im Alltag ein? Kaum. Der Rekorder ist klein und leicht; fast alle Alltagsaktivitäten sind möglich und sogar erwünscht. Nur Vollbäder und Schwimmen sind während der Tragezeit nicht möglich.
Kann ich mit dem Gerät schlafen? Ja — die Nacht gehört zu den aufschlussreichsten Abschnitten der Aufzeichnung, etwa für nächtliche Pausen oder langsamen Herzschlag.
24, 48 oder 72 Stunden — wer entscheidet das? Die Tragedauer richtet sich nach der Fragestellung und danach, wie häufig Ihre Beschwerden auftreten. Das legen wir beim Termin gemeinsam fest.
Was ist der Unterschied zu einem Event-Recorder? Das Langzeit-EKG zeichnet lückenlos über einen bis drei Tage auf. Ein Event-Recorder wird dagegen über Wochen getragen oder implantiert und speichert gezielt Episoden — sinnvoll bei sehr seltenen Beschwerden. Ob ein solches Verfahren für Sie infrage kommt, besprechen wir, wenn das Langzeit-EKG keine Erklärung liefert.
Dr. med. Ramona Rus — Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie · Zuletzt geprüft am 12.06.2026