Leistungen
Intima-Media-Messung und Pulswellengeschwindigkeit
Arteriosklerose beginnt nicht mit der Plaque — sie beginnt Jahre früher, mit einer langsamen Veränderung der Gefäßwand selbst. Zwei Messungen machen dieses Frühstadium sichtbar: die Intima-Media-Messung und die Pulswellengeschwindigkeit. Zusammen beantworten sie eine anschauliche Frage: Wie alt sind Ihre Gefäße wirklich?
Intima-Media-Messung: die Gefäßwand in Millimetern
Die beiden inneren Schichten der Arterienwand — Intima und Media — lassen sich an der Halsschlagader im Ultraschall als feines Band darstellen und auf Bruchteile eines Millimeters genau vermessen. Eine verdickte Intima-Media ist ein früher, objektiver Hinweis auf beginnende Gefäßveränderungen — oft lange bevor sich Plaques bilden. Der Wert wird im Rahmen des Halsschlagader-Ultraschalls erhoben und mit alterstypischen Referenzwerten verglichen.
Pulswellengeschwindigkeit: die Steifigkeit der Aorta
Mit jedem Herzschlag läuft eine Druckwelle durch die Gefäße. Je steifer die Aorta, desto schneller läuft diese Welle — die Pulswellengeschwindigkeit ist damit ein direktes Maß der Gefäßsteifigkeit, einem eigenständigen Risikofaktor, der eng mit dem Blutdruckverhalten zusammenhängt. Die Messung erfolgt unblutig über Sensoren beziehungsweise Manschetten und dauert nur wenige Minuten.
Wann sind die Messungen sinnvoll?
- Bei mittlerem Risiko, wenn die klassischen Faktoren — Blutdruck, Blutfette, Blutzucker, Familie — kein eindeutiges Bild ergeben: Ein auffälliger Gefäßbefund kann die Einordnung dann konkret verschieben, etwa hin zu einer konsequenteren Senkung der Blutfette.
- Als Motivations- und Verlaufsmaß: Wer seinen Lebensstil ändert oder eine Therapie beginnt, kann die Gefäßwerte über die Jahre vergleichen.
- Als Baustein des Herz-Checks bei entsprechender Fragestellung.
Einordnung — ehrlich gesagt
Beide Werte sind etablierte Risikomarker, aber keine Einzelentscheider: Keine Therapie wird allein wegen einer verdickten Gefäßwand begonnen. Ihr Wert liegt in der Verfeinerung des Gesamtbildes — zusammen mit Laborwerten, Blutdruckprofil und Vorgeschichte. Genau so ordnen wir sie im Befundbericht ein: als einen Baustein Ihres persönlichen Risikoprofils, mit konkreten Empfehlungen, was daraus folgt — und was nicht.
Dr. med. Ramona Rus — Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie · Zuletzt geprüft am 12.06.2026