Leistungen
Ultraschall der Halsschlagadern
Die Halsschlagadern versorgen das Gehirn — und sie sind zugleich ein Fenster in den Zustand des gesamten Gefäßsystems: Kaum irgendwo lässt sich Arteriosklerose so direkt beobachten wie hier, wenige Millimeter unter der Haut. Der Ultraschall der Halsschlagadern und der übrigen hirnversorgenden Arterien ist deshalb doppelt wertvoll — für die Schlaganfallvorsorge und für die Einschätzung Ihres Herz-Kreislauf-Risikos insgesamt.
Was wird untersucht?
Mit der farbkodierten Duplexsonographie werden die Halsschlagadern (Carotis) und die zum Gehirn ziehenden Arterien dargestellt — als Bild und als Flussmessung zugleich:
- Die Gefäßwand: Ablagerungen (Plaques), ihre Lage, Größe und Beschaffenheit.
- Der Blutfluss: Aus den gemessenen Flussgeschwindigkeiten lässt sich ablesen, ob und wie stark eine Engstelle (Stenose) den Fluss behindert.
- Die Wanddicke der Carotis — die Intima-Media-Messung erfasst Gefäßveränderungen schon vor der Plaquebildung.
Wann ist die Untersuchung sinnvoll?
- Im Rahmen der Vorsorge bei Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten, Diabetes oder Rauchen — gefundene Plaques sind ein konkreter, falsifizierbarer Risikomarker, der die Einordnung im Herz-Check schärft.
- Bei einem Strömungsgeräusch, das beim Abhören des Halses aufgefallen ist.
- Nach einem Schlaganfall oder einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Gehirns (TIA) — zur Verlaufskontrolle einer gefundenen Ursache.
- Zur Verlaufskontrolle bekannter Plaques oder Stenosen: Bleibt der Befund stabil, oder schreitet er fort?
- Bei bekannter Gefäßerkrankung an anderer Stelle — etwa einer koronaren Herzkrankheit oder einer Durchblutungsstörung der Beine: Arteriosklerose betrifft selten nur eine Region.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Sie liegen entspannt auf dem Rücken, der Kopf leicht zur Seite gedreht. Mit etwas Kontaktgel gleitet der Schallkopf an beiden Halsseiten entlang. Die Untersuchung dauert etwa 15 bis 20 Minuten, ist schmerzfrei und kommt ohne Strahlung und ohne Kontrastmittel aus. Eine Vorbereitung ist nicht nötig.
Was folgt aus dem Befund?
Unauffällige Gefäße sind ein belastbares, beruhigendes Ergebnis. Plaques ohne relevante Engstelle sind zunächst vor allem eines: ein Argument, die Risikofaktoren konsequent zu behandeln — mit messbaren Zielwerten, die im Befundbericht stehen. Höhergradige Engstellen besprechen wir ausführlich mit Ihnen; falls eine gefäßchirurgische oder neurologische Mitbeurteilung sinnvoll ist, vermitteln wir Sie an erfahrene Kolleginnen und Kollegen aus unserem Netzwerk.
Dr. med. Ramona Rus — Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie · Zuletzt geprüft am 12.06.2026