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Knöchel-Arm-Index (ABI)
Manchmal steckt die wichtigste Information in einer einfachen Zahl. Der Knöchel-Arm-Index — international ABI, ankle-brachial index — vergleicht den Blutdruck am Knöchel mit dem am Oberarm. Bei gesunden Gefäßen sind beide Werte ähnlich; ist die Durchblutung der Beine eingeschränkt, fällt der Knöcheldruck ab. Das macht den ABI zu einer der einfachsten und zugleich aussagekräftigsten Screening-Messungen der Gefäßmedizin.
Was sagt der Wert aus?
- Um 1,0 — die Drücke sind ausgeglichen: kein Hinweis auf eine relevante Durchblutungsstörung.
- Unter etwa 0,9 — Hinweis auf eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), auch wenn noch keine Beschwerden bestehen.
- Deutlich erniedrigte Werte sprechen für eine fortgeschrittene Einschränkung und werden weiter abgeklärt.
Ein erniedrigter ABI ist dabei mehr als ein Beinbefund: Er gilt als unabhängiger Marker für ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko insgesamt und fließt entsprechend in die Bewertung im Herz-Check ein.
Wann ist die Messung sinnvoll?
- Als Screening bei Raucherinnen und Rauchern, bei Diabetes oder ab dem mittleren Lebensalter mit weiteren Risikofaktoren.
- Bei belastungsabhängigen Beinschmerzen, ergänzend zur Doppleruntersuchung der Beinarterien.
- Zur Verlaufskontrolle einer bekannten Durchblutungsstörung.
Wie läuft die Messung ab?
Sie liegen einige Minuten ruhig; dann werden die Drücke an beiden Armen und beiden Knöcheln gemessen — mit Blutdruckmanschetten und einer Doppler-Sonde, die den Puls hörbar macht. Die Messung dauert etwa 10 bis 15 Minuten und ist völlig schmerzfrei.
Grenzen der Messung
Bei langjährigem Diabetes oder weit fortgeschrittener Gefäßverkalkung können die Knöchelarterien so starr werden, dass die Messung falsch hohe Werte liefert. In solchen Fällen stützen wir uns auf die Doppleruntersuchung der Beinarterien und ergänzende Verfahren — der Befundbericht ordnet das Ergebnis entsprechend ein.
Dr. med. Ramona Rus — Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie · Zuletzt geprüft am 12.06.2026