Leistungen
Cardisiographie
Die Cardisiographie ist ein neueres Screening-Verfahren, das auf einem bewährten Prinzip aufbaut: dem Vektor-EKG, also der dreidimensionalen Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität. Eine computergestützte Auswertung analysiert diese Signale und errechnet daraus einen Hinweiswert, ob eine Durchblutungsstörung des Herzens vorliegen könnte — in Ruhe, ohne Belastung, in wenigen Minuten.
Wie funktioniert die Untersuchung?
Sie liegen entspannt auf der Liege; wenige Elektroden erfassen die Herzsignale über einige Minuten. Eine Belastung ist nicht nötig, es gibt keine Strahlung und kein Kontrastmittel. Die Auswertung übernimmt eine Analyse-Software, die die räumlichen Signalmuster mit einer großen Zahl von Vergleichsdatensätzen abgleicht; das Ergebnis wird als Wahrscheinlichkeitswert ausgegeben und anschließend von Dr. Rus im Zusammenhang Ihrer Befunde bewertet.
Wann ist die Cardisiographie sinnvoll?
- Als ergänzender Screening-Baustein im Rahmen des Herz-Checks — besonders, wenn Risikofaktoren bestehen, aber keine Beschwerden.
- Als niedrigschwellige Ruhe-Untersuchung, wenn eine Belastung — etwa auf dem Ergometer — gerade nicht möglich oder nicht gewünscht ist.
- Im Verlauf, um Veränderungen gegenüber einer früheren Messung zu erkennen.
Ehrliche Einordnung
Die Cardisiographie ist ein Screening, keine Beweisführung — und so setzen wir sie auch ein. Ein unauffälliges Ergebnis ist ein zusätzlicher beruhigender Baustein neben den etablierten Untersuchungen, ersetzt sie aber nicht. Ein auffälliges Ergebnis ist kein Befund, sondern ein Anlass: Dann folgt die strukturierte Abklärung mit den bewährten Verfahren — Echokardiographie, Stress-Echokardiographie und, wo nötig, weiterführende Bildgebung über unser Netzwerk. Beschwerden gehören immer direkt abgeklärt, unabhängig von jedem Screening-Wert.
Häufige Fragen
Ersetzt die Cardisiographie das Belastungs-EKG oder den Herzultraschall? Nein. Sie ergänzt die etablierte Diagnostik um einen zusätzlichen Blickwinkel in Ruhe — die Aussagekraft von Echokardiographie und Belastungsuntersuchungen erreicht sie nicht.
Für wen ist sie nicht geeignet? Bei bestimmten Rhythmusstörungen — etwa Vorhofflimmern — ist die Auswertung nur eingeschränkt verwertbar. Ob die Untersuchung bei Ihnen sinnvoll ist, klären wir vorab.
Dr. med. Ramona Rus — Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie · Zuletzt geprüft am 12.06.2026